Was ist Stress? – Arten und Möglichkeiten zur Abhilfe

Immer wieder stellen wir uns die Frage „Was ist Stress eigentlich“? In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass Stress nicht zwangsläufig etwas Schlechtes ist. Doch was ist Stress nun konkret? Im Grunde ist er eine ganz natürliche Reaktion des menschlichen Körpers auf diverse seelische oder körperliche Belastungen.
Stress am Arbeitsplatz

Volkskrankheit Stress

Laut einer wissenschaftlichen Studie leiden in Deutschland rund sechs von zehn Bürger unter Stress. In der Gruppe der 35- bis 45-Jährigen sind es sogar acht von zehn Personen. Immer mehr Arbeitnehmer fühlen sich erschöpft, überfordert und einem permanenten Zeitdruck ausgesetzt. Das ist auch nicht wirklich verwunderlich, denn die heutige Gesellschaft in der wir leben, entpuppt sich als echte Leistungsgesellschaft: Jedes noch so kleine neu gewonnene Zeitfenster, wird sofort wieder mit neuen Aufgaben und Terminen gefüllt. Für bewusste Ruhezeiten und Entspannungsphasen bleibt im Alltag kaum mehr Zeit. Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung und es ist äußerst wichtig, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Eine Tatsache steht jedenfalls fest: Übermäßiger und langanhaltender Stress macht krank. Zudem sind ausgeglichene und glückliche Menschen auch wesentlich resistenter gegen diverse Krankheiten. Doch Stresssituationen sorgen auch dafür, dass Du Dich weiterentwickelst. Wer kämpft, kann natürlich auch verlieren, aber wer gar nicht erst kämpft, hat bereits verloren.
 

Positiver Stress

Positiver Stress wird als „Eustress“ bezeichnet. Die griechische Vorsilbe „Eu“ steht für „gut“. Diese Stressart ist also keine Belastung für Dich. Es geht hier vielmehr um Tätigkeiten, die besonders viel Freude machen und mit einer großen Leidenschaft ausgeführt werden. Stress wirkt in diesem Zusammenhang belebend und steigert die eigene Leistungsfähigkeit. Positiver Stress sorgt für ein Plus an Zufriedenheit. Diese Stressform steigert die Aufmerksamkeit, die Konzentration und die eigene Motivation. Eustress ist also ein gesunder Stress. Er wirkt wie ein „Antriebsmotor“ und hilft uns, bestimmte Aufgaben oder Herausforderungen gut zu bewältigen. Im Nachhinein kannst Du Dich über ein gestärktes Selbstvertrauen freuen.
 
Positiver Stress zeigt sich beispielsweise, wenn Du:
 
  • an einer spannenden und kreativen Aufgabe arbeitest, die Deinen Fähigkeiten entspricht
  • Du Dich verliebst
  • Sport treibst und über Deine eigenen Grenzen hinauswächst. 

 

Negativer Stress

Negativer Stress wird als Disstress bezeichnet. Die lateinische Vorsilbe „Dis“ bedeutet „schlecht“. Diese Stressform ist der gesundheitsschädliche und belastende Stress. Er wirkt seelisch, geistig und körperlich negativ und kann dem menschlichen Organismus auf lange Sicht gesehen, großen Schaden zuführen. Disstress kann entstehen, wenn Du Dich selbst einem zu hohen Zeit- oder Leistungsdruck aussetzt. Er kann jedoch auch von außen kommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt Disstress zu einer der größten gesundheitlichen Gefahren für den Menschen neben Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Negativer und langanhaltender Stress kann der Gesundheit ordentlich zusetzen.Stress schadet jedoch nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele. Unruhezustände, Nervosität, Depressionen, Angst- und Konzentrationsstörungen sowie Burnout entstehen nicht selten durch zu intensive Belastungszustände.
 
Infolgedessen können viele Erkrankungen und Beschwerden auftreten:
 
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten werden durch Stress begünstigt: Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Herzinfarkte kommen immer häufiger vor.
  • Auch Magen-Darm-Beschwerden sind nicht selten: Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sowie Magenschleimhautentzündungen sind nicht selten eine Folge von übermäßigem Stress.
  • Stress führt ebenso zu Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Sodbrennen.
  • Gestresste Menschen leiden unter einer schwachen Immunabwehr und sind somit deutlich anfälliger für unterschiedliche Infekte und Erkrankungen.
  • Langanhaltender negativer Stress führt zu Schlafstörungen.
  • Kopfschmerzen und Migräne sind eine typische Konsequenz von zu großen Stressbelastungen.
  • Auch Hauterkrankungen wie Allergien oder Neurodermitis können infolge von Stress entstehen. Eine diagnostizierte Asthma-Erkrankung kann sich unter ständiger Stressbelastung sogar noch verschlimmern.

 

Maßnahmen ergreifen

Die Frage „Was ist Stress“ konnten wir hier beantworten. Nachdem Du nun weißt, wie sehr Stress deiner Seele und Deinem Körper schaden kann, ist es wichtig, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Stress abzubauen.
Eine gute Organisation hilft effektiv dabei, Stressbelastungen zu reduzieren. Mache Dir die aktuelle Situation erst einmal genau bewusst: Was ist eigentlich aktuell das Problem? Im zweiten Schritt musst Du nach konkreten Lösungen suchen. Überlege, ob eine Aufgabe tatsächlich sofort erledigt werden muss oder möglicherweise noch Zeit hat. Kann vielleicht sogar eine andere Person diese Aufgabe erledigen? Was sind die möglichen Konsequenzen, wenn Du die Aufgabe tatsächlich weiterdelegierst?

Entscheide Dich bewusst für eine konkrete Lösungs- und Umsetzungsvariante. Sprich hier auch mit Kollegen, Vorgesetzten, Familie oder Freunden. Gemeinsam finden sich oft richtig gute und kreative Lösungen. Erstelle Dir einen Plan und halte diesen auch ein. Mach Dir jeden Tag wieder neu bewusst, dass viele kleine Schritte zum Ziel führen. Nimm auch Hilfe von außen an, um Deinen Zielen ein großes Stück näher zu kommen. Je leistungsfähiger Du bist, desto stressresistenter bist Du. Achte daher auf Deine körperliche, aber auch auf Deine geistige Fitness. Ernähre Dich abwechslungsreich, frisch und ausgewogen. Verzichte auf Alkohol- und Zigarettenkonsum und bewege Dich an der frischen Luft. So stärkst Du deinen Geist und gleichzeitig Dein Immunsystem. Krankheitserreger haben bei Dir somit kein leichtes Spiel.
 
Viele Studien haben aufgezeigt, dass bereits zehn bis zwanzig Minuten Bewegung täglich ausreichen, um Stress wirksam abzubauen und der eigenen Gesundheit etwas richtig Gutes zu tun. Lass das Auto also hin und wieder einmal stehen und erledige kleine Einkäufe zu Fuß. Auch im Büro kannst Du Dich bewegen: Besuche einen Kollegen lieber und stell ihm Deine Frage, anstatt zum Telefonhörer zu greifen. Ein sehr wichtiger Teil der Stressbewältigung ist auch die Entspannung. Gönne Dir genug Pausen im Alltag und schaffe Dir kleine Inseln der Erholung. Nimm Dir zehn Minuten, die nur Dir allein gehören. Es gibt auch viele effektive Entspannungstechniken, die Stress reduzieren und für den notwendigen Ausgleich sorgen.
 

Was ist Stress? – Die Definition

Stress ist grundsätzlich nichts anderes, als eine körperliche Reaktion auf diverse Belastungszustände. Der Organismus des Menschen reagiert immer nach einem bestimmten Muster, erst mal unabhängig davon, ob es sich um positiven oder negativen Stress handelt. Der ganze Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt und auf die Bewältigung der entsprechenden Situation vorbereitet. Die Steuerzentrale des Körpers, das Gehirn, sorgt sofort für die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol. Die Atemfrequenz wird höher und auch der Puls steigt rasant an. Infolgedessen wird auch die gesamte Muskulatur deutlich besser durchblutet. Dein Organismus ist nun darauf vorbereitet, zu reagieren.
 
Nachdem die Stresssituation bewältigt werden konnte, folgt die Phase der Entspannung. Hier normalisieren sich nun wieder alle körperinternen Prozesse. Sofern solche Belastungszustände nicht zur Tagesordnung gehören, ist mit keinen negativen gesundheitlichen Auswirkungen zu rechnen. Stress ist ein sehr natürlicher Vorgang, der bereits seit der frühesten Menschheits-Entwicklungsgeschichte besteht. Auch früher mussten die Menschen auf unterschiedliche Gefahren reagieren, um überhaupt überleben zu können. Stress erhöht somit in kürzester Zeit das Reaktionsvermögen und stellt Dir mehr Energie für die Bewältigung diverser Herausforderungen zur Verfügung. Achte nur darauf, dass sich Stresszustände nicht häufen und somit keine Gefahr für Deine Gesundheit besteht.

 

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