Panikattacken - mit erfahrener Hilfe überwinden

Der Fachmann definiert Panikattacken als kurze Episoden, in denen eine intensive Angst erlebt wird. Dabei empfinden Betroffene diese kurzen Episoden als mit jedem Male zunehmend, zumal auch die „Angst vor der Angst“ immer größer wird. Evolutionär gesehen mögen Angst und Panik sinnvoll und gesund sein, schützen sie den Menschen doch vor Gefahren. Erlebst du aber immer wieder Panikattacken, die scheinbar aus dem Nichts kommen, gerät dein Körper mehr und mehr unter Stress. Du leidest psychisch und physisch.

 

Erschöpft nach einer Panikattacke

Intensive Angst mit anschließender Erschöpfung

Eine Panikattacke tritt immer plötzlich auf, sie lässt sich nicht vorhersagen. Es gibt allerdings Situationen, in denen Betroffene wissen, dass sie in Panik geraten werden. Berühmte Beispiele hierfür sind die Angst vor engen Räumen sowie die Angst vor Menschenmassen. Die Betroffenen werden Fahrstühle, enge Umkleidekabinen, die Schlange vor der Kasse im Supermarkt und ähnliche Situationen meiden. Sie ziehen sich daher sozial zurück. Meist wird eine Panikattacke nur für wenige Minuten erlebt, sie braucht zum Erreichen ihres Maximums nur einen kleinen Zeitraum. Danach ebbt die Attacke rasch wieder ab. Der Betroffene fühlt sich danach körperlich und geistig erschöpft, er befindet sich ein einem physiologisch gesehenen extremen Belastungszustand.

Rund 2,5 Prozent der Menschen leiden unter den wiederkehrenden Panikattacken, dabei sind Frauen rund doppelt so häufig betroffen wie Männer. Meist beginnen die Attacken zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, nach dem 40. Lebensjahr ebben sie häufig wieder ab. Panikattacken können für sich auftreten oder auch als Begleiterscheinungen anderer Erkrankungen. Vor allem bei einem Drogen- oder Alkoholentzug, bei Persönlichkeitsstörungen, Tumoren oder auch bei Funktionsstörungen der Schilddrüse sind sie besonders häufig zu beobachten. Der Verdacht, dass Hormone bzw. das Ungleichgewicht der Hormone ein Auslöser für Panikattacken sein kann, bestätigt sich auch dadurch, dass viele Schwangere unter den Störungen leiden.

 

Wie äußern sich Panikattacken

Die meisten Panikattacken sind durch schwere Angstanfälle gekennzeichnet, die mit verschiedenen Symptomen unterschiedlich starker Ausprägung einhergehen.

 

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • plötzliche Atemnot bis hin zu Erstickungsanfällen
  • Gefühl der Benommenheit
  • Unsicherheit, weiche Knie, Schwindelanfälle
  • Herzrasen, Herzklopfen, Engegefühl in der Brust
  • plötzliche Schweißausbrüche
  • Übelkeit und Bauchschmerzen
  • Wechsel zwischen extremem Wärme- und Kältegefühl
  • Angst vor dem Sterben
  • Angst vor dem „Durchdrehen“
  • Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen, teilweise Kribbeln

 

In einigen Extremfällen können Panikattacken sogar mehrere Stunden andauern, in der Regel sind sie aber nach spätestens 30 Minuten wieder vorbei. Einige Betroffene erleiden in den immer gleichen Situationen derartige Anfälle, andere erleben mehrfach täglich Panikattacken, die durch unterschiedliche Reize ausgelöst werden. Häufig werden die Symptome auch mit einem Herzinfarkt verwechselt, daher finden sich Angstpatienten nicht selten in der Notaufnahme wieder. 

Fachleute sprechen erst dann von Panikattacken, wenn Betroffene mindestens drei Anfälle innerhalb von drei Wochen haben, wobei diese Anfälle nicht auf einem bestimmten Reiz beruhen dürfen. Wer nur panisch auf Spinnen reagiert, leidet noch nicht unter Panikattacken. Auch starke Erschöpfungszustände müssen für die Einstufung als Panikattacke ausgeschlossen werden. Betroffene leiden nicht nur unter den genannten Symptomen, sondern auch darunter, dass sie ihren sozialen Radius immer weiter einschränken. Sie gehen nicht mehr aus der Wohnung oder gehen nur noch dort einkaufen, wo sie den Laden schnellstmöglich verlassen können.

 

Woher kommen Panikattacken

Ursprünglich wurden die Menschen durch Angst und Panik vor lebensbedrohlichen Gefahren gewarnt. Heute treffen wir nur noch höchst selten einen Säbelzahntiger, der uns fressen will. Woher also kommen Panikattacken, die den Körper in eine intensive Fluchtbereitschaft versetzen?
Experten gehen davon aus, dass verschiedene Faktoren für die Ausbildung einer Panikattacke relevant sind. Zum einen sind sie der Meinung, dass eine genetische Veranlagung für eine Angststörung vorliegen könnte. Außerdem ist bekannt, dass bewusstseinsverändernde Drogen ihren Teil dazu beitragen, dass ein Mensch eine Attacke erlebt. Außerdem können vorangegangene Krankheitsereignisse relevant sein. Des Weiteren ist die Persönlichkeit des Menschen wichtig, denn sie legt fest, wie anfällig der Betreffende für eine Panikattacke ist.

 

Frage dich selbst:

  • Wie gut gehe ich mit Ängsten um?
  • Habe ich Vertrauen in das Leben?
  • Vertraue ich mir selbst und meinem Umgang mit Problemen?
  • Erkenne ich eine stressige Situation?

 

Gerade Stress gilt als einer der Hauptauslösefaktoren für Panikattacken. Dabei ist seit Langem bekannt, wie negativ sich Stress auf die gesamte Gesundheit auswirken kann! Stress ist schlichtweg ein Belastungsfaktor, der den Körper auf Dauer überlastet. Auffällig ist, dass viele Panikattacken gerade dann entstehen, wenn sich der Betreffende in einer sehr belastenden Situation befindet, in der er körperlich oder emotional sehr gefordert ist. Das Gehirn ist irgendwann regelrecht überfordert und kann das Netzwerk, welches Furcht und Angst steuern muss, nicht mehr richtig kontrollieren. 

Einige Psychoanalytiker gehen davon aus, dass die Ausbildung von Panikattacken in der frühen Kindheit und hier im Rahmen der „Ich-Entwicklung“ zu suchen ist. Wird das Ich nicht genug gefestigt und lernt es nicht, mit Angst umzugehen, kann aufgrund der Befürchtung, weniger geliebt zu werden, später eine Panikattacke entstehen. Oft kommen noch Aggressionen hinzu, die aber nicht nach außen gerichtet sind, sondern die sich an die eigene Person wenden. Hat sich die Erkrankung erst einmal ausgebildet, wird sie durch Konfliktsituationen in der Familie oder durch das Fehlen schützender Menschen weiter verstärkt. Es wird davon ausgegangen, dass eine Person ein körperliches Signal in einer Stresssituation als beängstigend empfindet, zum Beispiel das Herzklopfen. Die Angst wiederum verstärkt das Herzklopfen noch einmal und so entsteht ein sich verselbstständigender Automatismus.

 

 

Das kannst du gegen Panikattacken tun

Da sich viele Betroffene nicht trauen, mit ihren Panikattacken zum Arzt zu gehen, wird die Erkrankung oftmals erst spät erkannt und behandelt. Dabei ist sie zu 80 Prozent therapierbar. Je früher du mit einer Behandlung beginnst, desto besser ist dies für deine Heilung. Es gilt, die Ursachen für die Erkrankung zu finden und nicht nur die Symptome zu behandeln. Bei stark ausgeprägten Panikattacken wird der Arzt zusätzlich zu einer Psychotherapie Psychopharmaka verschreiben, die später langsam wieder ausgeschlichen werden müssen. Sie regulieren das körpereigene Furchtnetzwerk.

 

Die folgenden Punkte kannst du selbst tun, wenn du eine Panikattacke hast:

  • Konzentriert atmen
    Versuche, dich auf deine Atmung zu konzentrieren. Häufig sind Panikattacken durch Hyperventilation gekennzeichnet, daher haben Betroffene auch oft das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Versuche, dir spezielle Atmungstechniken anzueignen, die du im Notfall anwenden kannst.

  • Muskeln entspannen
    Die Fähigkeit, die Muskeln aktiv zu entspannen, kann erlernt werden! Sie hilft dabei, Ängste abzubauen und dämpft das überschießende sympathische Nervensystem. Erlerne die Techniken der Progressiven Muskelrelaxation, dann kannst du im Notfall selbst etwas gegen die Attacke tun.

  • Ablenkung suchen
    Wenn du spürst, dass dich gleich eine Panikattacke heimsuchen wird, suche das Gespräch mit anderen. Das ruhige Kommunizieren sorgt dafür, dass sich dein Gefühlsleben wieder auf Normalmaß reguliert.

 

Es ist ungemein wichtig, dass du weißt, was du im Fall des Eintretens einer Panikattacke machen musst. Geh damit zum Arzt und schildere dein Leiden, denn es muss unbedingt ausgeschlossen werden, dass nicht doch eine körperliche Ursache für die Probleme zugrunde liegt. Sollte sich dein Arzt mit seiner Diagnose nicht sicher sein, solltest du weder Zeit noch Mühen scheuen und lieber einen zweiten Arzt für eine Vergleichsmeinung einholen. Teilweise wurden schon Fehldiagnosen gestellt und Panikstörungen vermutet, obgleich eine Fehlfunktion der Schilddrüse vorlag.

Wichtig ist es auch, im Alltag etwas gegen Panikattacken zu tun. Vor allem der Ernährung sollte die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Nikotin, Alkohol und Koffein können Panikattacken verstärken. Auch zu wenig Schlaf und der damit für den Körper verbundene negative Stress können Panikattacken verschlimmern. Du solltest unbedingt dafür sorgen, dass du dich nicht selbst überforderst und dass du Stress direkt an seiner Ursache bekämpfst!

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